Neues/ aktuell beim ACV...


Übrigens...


Kanuwanderfahrt 2014 auf der Werra 

 

 

 

mehr Fotos hier

 

Und es gibt sie doch: Mitglieder unseres Vereins, die in der Lage sind, an einem Tag 20 oder mehr Kilometer zu paddeln, und das sogar an mehreren Tagen hintereinander und mit Zelt und anderem Gepäck im Boot. Old fashioned sozusagen, fast so wie der alte Rittlinger (http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Rittlinger). Mit dem Unterschied, dass der sich "Ganz allein zum Amazonas" aufmachte und dort wie auf anderen Fernreisen monatelang von der Außenwelt abgeschnitten war. Unsere Gepäck-Wanderfahrer sind mal nur zu dritt, manchmal aber auch zu sechst unterwegs, beschränken sich auf eines der langen Wochenenden im Frühsommer und bevorzugen deutlich zivilisiertere Gegenden als der bekannste aller Kanu-Schriftsteller.

Zum Beispiel das Länderdreieck Hessen/Thüringen/Niedersachsen. Dort fließt die Werra, für die Cheflogistiker Thomas die ACV-Wanderfahrt 2014 ausgearbeitet hatte. Das ist nicht immer ganz einfach, weil einige Grundregeln zu beachten sind:

1. Die Damen und Herren Wanderpaddler nächtigen grundsätzlich nur dort, wo es Klo und Dusche (möglichst warm) gibt.
2. In fußläufiger Entfernung hat sich ein akzeptables Lokal zur Einnahme des Abendessens zu befinden.
3. Wenigstens alle zwei Tage muss Uwe durch Kuchengaben bei Laune gehalten werden.
4. Die Rückholung des/der PKW erfolgt grundsätzlich per Bahn.

Google und Co. helfen ungemein bei der Aufgabe, all das unter einen Hut zu bringen. Also reiste die kleine Gruppe an Fronleichnam in das nette Städtchen Treffurt, wo auf Anhieb eine ideale Einsatzstelle aufgetan wurde. Weil die gerade von einer Jugendgruppe der evangelischen  Kirche (die uns unterwegs immer wieder begegnen sollte, aber immer nett und freundlich war) okupiert wurde, brachen wir erst mal auf ins nächste Café, um ein Stück Torte in den Uwe zu schieben.

Dann wurde das Gepäck in die Boote verstaut - inzwischen macht sich dabei Routine bemerkbar, Schreckensrufe a la "das  Zelt passt nicht mehr rein" werden seltener.  Auf zunächst gut fließendem Wasser überholten wir bald schon die Kasseler Jugendlichen und erreichten am frühen Nachmittag das Wehr Warnfried, das umgetragen werden muss. An der Einstiegsstelle türmen sich Schaumberge und zeigen an, was wir vorher schon ahnten: Sauber ist dieser Fluss mal nicht. Das ist aber auch sein einziges Manko. Nachmittags landeten wir am Gelände des Kanu-Club Eschwege an, bei dem wir freundlich aufgenommen wurden. Wir schlugen unser Lager auf und streiften dann durch das sehenswerte Fachwerkstädtchen, um anschließend im Altstadtgasthof Zur Krone gut und reichlich zu essen.

Am nächsten Tag ging es weiter. In Eschwege gibt es ein Wehr, zum Glück aber auch eine Schleuse. Während die noch funktionsfähig ist, ist die Anlage in Bad Sooden-Allendorf gesperrt. Gut, dass wir unseren eigenen Bootswagen dabei hatten: Der von der Schifffahrtsverwaltung an der Umtragestelle deponierte war ein riesiges, unhandliches Teil. Unser Lager schlugen wir an diesem Tag auf einem Campingplatz auf, der mit seiner Paddlerfreundlichkeit wirbt. Nichts dagegen - aber eine ordentliche Anlegestelle sollte man dort mal schaffen. Mühsam mussten wir die vollgepackten Boote eine sehr steile Treppe hochwuchten. Immerhin gab's gleich nebenan ein nettes Café. Ihr ahnt es: Kuchen für Uwe.

Am nächsten Tag blieben uns Wehre erspart, dafür regnete es immer mal wieder. Als wir das Gelände des Witzenhäuser KC erreichten, strahlt aber wieder die Sonne. Betroffen standen wir vor den Überresten des Bootshauses, das Opfer von Brandstiftern geworden ist. Trotzdem war das Gelände topp gepflegt, für die (nicht wenigen) Übernachtungsgäste standen eigens angemietete Sanitärcontainer zur Verfügung.

Der Cheflogistiker hatte diesen Samstag zum Autoumsetztag erklärt und machte sich höchstslebst auf den Weg zum Witzenhäuser Bahnhof, wo er sich darüber wunderte, dass Dutzende von Japanern den Bahnsteig säumten. Des Rätsels Lösung: Im Städtchen wurde an diesem Tag das überaus provinzielle Kirschblütenfest gefeiert - und das war offenbar eine besondere Attraktion für eine Gruppe von Japanern auf Deutschland-Tour. Ansonsten verlief die Autoumsetzaktion nicht pannenfrei, aber doch erfolgreich und es ging abends mal wieder in die Kneipe - diesmal nicht nur zum Essen, sondern auch zum public viewing, weil Deutschland gegen Ghana spielte. Hätte man eigentlich nicht gesehen haben müssen..

Sonntag, letzter Tag - schlappe elf Kilometer lagen noch vor uns. Thomas hatte das Auto am Vortag nach Hedemünden gefahren, wo es ein überaus sympathisches Wehr gibt   - Kanufahrer können es auf der fast einen Kilometer langen "Lache" locker umfahren. Sie genießt eine gewisse Berühmtheit, weil dort immerhin schon ein leibhaftiger Bundesminister baden gegangen ist

(Link einfügen: http://www.focus.de/politik/deutschland/klatschnasser-wahlkampf-der-gruenen-schiffbruch-mit-juergen-trittin_did_46167.html.

Wir hingegen meisterten auch die Herausforderung gewohnt-bravourös und packten wenig später die Boote aufs Auto. Auf der  Heimreise dachten wir über das Ziel für 2015 nach - logisch wäre die Fulda, also der zweite Quellfluss der Weser, auf der vor ein paar Jahren die erste  ACV-Gepäckfahrt stattfand.